Wissenswertes


(StanD 7/26)

-NEU:
-Wochenbett: die ersten 3 Wochen
- Milchpumpe anschaffen?
-der heikle Sauger
-der Stillstart (meine persönlichen Tipps zusammengefasst)
-wenn Babys viel weinen (weil es bei fast allen Eltern früher oder später, mehr oder weniger intensiv, ein Thema wird).
...und viele andere relevante Themen...
Viel Spaß beim Schmökern :-)


Faszinierend: Melatonin (Schlafhormon) ist natürlicherweise in Muttermilch enthalten und unterliegt einem zirkadianen Rhythmus: Der Gehalt ist nachts hoch (Peak ca. 3 Uhr), um den Schlaf-Wach-Rhythmus des Babys zu fördern, und tagsüber kaum nachweisbar. Diese Nachtmilch wirkt beruhigend, enthält mehr Tryptophan und hilft bei der Verdauung 





manuelle Muttermilchgewinnung  


VIDEO:

Wochenbett: Warum die ersten drei Wochen so entscheidend sind

„Eine Woche im Bett, eine Woche am Bett, eine Woche ums Bett.“
Diesen alten Hebammenrat kennen viele. Und nein – er ist natürlich nicht wortwörtlich gemeint. ABER FAST ;-)
Er erinnert vielmehr daran, dass du dich in den ersten Wochen nach der Geburt vor allem um dich selbst und dein Baby kümmern darfst.
Das Wochenbett dauert insgesamt acht Wochen. In dieser Zeit bildet sich dein Körper zurück, Wunden heilen, die Hormone stellen sich um und ihr wachst als Familie zusammen. Besonders die ersten drei Wochen sind eine kostbare Phase, in der dein Körper Ruhe und Schonung braucht.
Nicht selten werde ich belächelt, wenn ich diesen Rat mit auf den Weg gebe. Und genauso oft höre ich einige Wochen später:
„Jetzt weiß ich, was du gemeint hast…“

Liebe Mama,
du hast gerade etwas vollbracht, das man kaum in Worte fassen kann.
Du hast einen kleinen Menschen geboren. Egal ob langsam, schnell, mit ohne Geburtsverletzungen. Ob Bauchgeburt oder Vaginalgeburt-
Das war eine Grenzerfahrung – körperlich, emotional und oft auch seelisch.
Und jetzt beginnt etwas Neues.
Heilen. Ankommen. Verbinden.
Dein Körper trägt Wunden, sichtbare, unsichtbare, kleinere und größere. Er hat Großartiges geleistet und braucht nun vor allem eines: Zeit. 

Die erste Woche

Erlaube dir, so viel wie möglich zu liegen.
Kuschle dich mit deinem Baby ein. Lerne seinen Duft kennen, seine kleinen Bewegungen und seine leisen Geräusche. Lass den Alltag für einen Moment draußen.
Bei Geburtsverletzungen ist die Seitenlage oft angenehm. Nach einem Kaiserschnitt gilt: Finde die Position, die dir guttut.
Und der Haushalt?
Der darf warten, oder wenn organisierter von deinem Partner oder vertrauten Person erledigt werden.
Besuch?
Nur, wenn er dir wirklich guttut.
Die Baustelle?
Dazu sollte die Elternzeit in den ersten Wochen nicht genommen werden. 

Die zweite Woche

Jetzt darf langsam wieder etwas mehr Bewegung dazukommen.
Ein kleiner Spaziergang kann, wenn du dich danach fühlst, behutsam beginnen. Zu Beginn reichen zehn bis fünfzehn Minuten vollkommen aus. Am schönsten ist es, wenn dein Baby in dieser Zeit beim anderen Elternteil oder einer vertrauten Bezugsperson bleiben darf. So kannst du dich ganz auf dich, deinen Körper und deine Erholung konzentrieren.
Nicht, weil du musst. Sondern nur, wenn dein Körper dir zeigt, dass er bereit ist.

Die dritte Woche

Nun kannst du Schritt für Schritt ein wenig mehr machen – immer in deinem eigenen Tempo.
Es gibt keinen Preis dafür, möglichst schnell wieder zu funktionieren.
Aber es gibt einen großen Gewinn, wenn du dir diese Zeit schenkst.
Wer seinem Körper jetzt Ruhe gönnt, spürt oft, wie die Kraft Stück für Stück zurückkehrt. Wer zu früh wieder alles schaffen möchte, bekommt nicht selten die Rechnung:
Schmerzen, Erschöpfung, Milchstau oder das Gefühl, wieder ganz von vorne anfangen zu müssen.
Und auch wenn diese ersten drei Wochen besonders wichtig sind – das Wochenbett endet nicht nach drei Wochen.Insgesamt begleiten dich acht Wochen der Heilung und Rückbildung. Auch danach darfst du müde sein. Auch dann darfst du Hilfe annehmen. Auch dann darf dein Körper noch Zeit brauchen.
Wenn ich dir als Hebamme nur einen einzigen Rat mitgeben dürfte, dann diesen:
Lass dich tragen. Lass dich versorgen.
Und wenn dein Baby schläft, dann leg dich einfach dazu.
Denn auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt – du leistest gerade Unglaubliches.
Du heilst.
Du nährst.
Du trägst.
Du liebst.
Rund um die Uhr.
Und genau deshalb darfst du dir selbst mit derselben Liebe begegnen, die du deinem Baby jeden Tag schenkst.

 Du schaffst das!

Thema: Milchpumpe?

Vorab stellt sich überhaupt die Frage, ob ich es als wichtig erachte, sich eine Milchpumpe bereits in der Schwangerschaft anzuschaffen.
Aus meiner Hebammensicht ein klares NEIN.
A. pendelt sich i.d.R. das Stillen am besten ohne zusätzliche Stimulation ein.
B. es gibt auch die Möglichkeit der manuellen Muttermilchgewinnung (siehe Video oben).
C. die Krankenkasse zahlen bei medizinischer Indikation die Miete einer Milchpumpe(s.u.).

Ich helfe Euch gern im Wochenbett bei der Entscheidungsfindung.

Dennoch fühlen sich manche Frauen sicherer mit der Anschaffung einer Pumpe.

Was mir in meiner Betreuung aufgefallen ist:
Viele Schwangere entscheiden sich bereits in der Schwangerschaft für die Anschaffung einer kabellosen Pumpe. (Derzeit gibt es in den sozialen Medien einen regelrechten Hype um Hands-free-Milchpumpen.)
👉 Meine dringende Empfehlung: Wenn ihr eine Hands-free-Pumpe besitzt, nutzt sie möglichst erst einige Wochen nach der Geburt.

Warum?

Sollte im frühen Wochenbett das Abpumpen notwendig werden, ist eine professionelle Klinik- bzw. Leihmilchpumpe nach wie vor die beste Wahl. Sie stimuliert die Milchbildung deutlich effektiver und unterstützt den Aufbau der Milchproduktion in dieser sensiblen Phase optimal.
Benötigt ihr im Wochenbett eine Milchpumpe, könnt ihr euch diese nach einer ärztlichen Erstverordnung zunächst für 2–4 Wochen in einer Apotheke ausleihen. Bei entsprechender Rezeptverlängerung übernehmen die Krankenkassen die Kosten in der Regel für bis zu 6 Monate.
💰 Eigenbeteiligung: ca. 12 € zzgl. Kaution. Die übrigen Kosten werden von eurer Krankenkasse übernommen.

Wenn ihr nicht ohne Pumpe in eure Elternschaft starten wollt, dann empfehle ich
die Medela Swing Maxi. Sie ist eine elektrische Doppelpumpe, die sich sowohl für den Aufbau der Milchbildung im frühen Wochenbett als auch für die spätere Stillzeit sehr gut eignet.

Hier geht es zur Pumpenmiete in der Merian-Apotheke: ⬇️


der heikle sauger 

es klingt sehr provokant. Aber warum empfehle ich als Hebamme und Stillexpertin in den ersten Wochen komplett auf einen Sauger und die Flasche zu verzichten, wenn Du wirklich erfolgreich ins Stillen kommen willst? Lese hier den von mir erstellen Artikel.

Stillen

lest hier mein Handout zum Thema wie ein guter Stillstart aussehen kann.

wenn Babys viel weinen

Im Volksmund die "3-Monats-Koliken", genannt weiss man heute, daß die Phasen der starken Unruhe und des Unwohlsein zur normalen Entwicklung des Säuglings gehören.
Die Blähungen sind meist nicht die Ursache, sondern das Schreien verursacht dann die Blähungen durch die "eingeschriene" Luft.

Gerade am späten Nachmittag bis um Mitternacht treten weltweit bei den Kleinen diese Schreiphasen auf. Meist beginnen sie ab der 3. Lebenswoche und haben ihren Peak um die 8. Lebenswoche. Meist reicht das häufigere Stillen aus. (Wenn Du nicht stillst möchte Dein Baby evt häufiger kleine Milchmahlzeiten) -die sog. Clusterphase. Aber nicht zu selten ist dies auch für den Moment nicht die Lösung und Euer Kind weint, obwohl es satt, sauber und müde sein sollte und findet nicht wie gewünscht  zur Ruhe.
(Gewusst? : "gestillt werden" kommt sprachlich von "stillsein oder -werden" oder "der Stille").

Dahinter steckt in den allermeisten Fällen keine Krankheit, sondern es fehlt dem Säugling noch die Fähigkeit, sich selber zu regulieren.
Der Darm besitzt ein Nervensystem, das stark mit dem Gehirn verknüpft ist. Da der kleine Mensch das stärkste Gehirnwachstum in den ersten beiden Lebensjahren vollzieht, kann sich diese Entwicklungsphase in starker Unruhe oder Weinen äußern.  Hier zur Verdeutlichung:

Gehirnwachstum in der
Schwangerschaft bis etwa 2 Jahre:

Das ist die Phase des schnellsten Wachstums überhaupt.

  • Milliarden von Nervenzellen werden vernetzt.
  • Pro Sekunde entstehen zeitweise über eine Million neue neuronale Verbindungen.
  • Sinneswahrnehmung, Bindung, Sprache und emotionale Sicherheit prägen die Architektur des Gehirns besonders stark.


Da versteht man nun, warum das kleine Menschlein besonders viel Sicherheit braucht.
Da hilft kein noch so gut gemeintes Produkt oder die besten Ernährungsratschläge, sondern ganz ursprünglich Eure Körpernähe, wenn möglich Ruhe und eine große Portion Geduld.
Wenn Du merkst, daß es bei Dir im Moment keine Ruhe findet, dann gebe es einer vertrauten, verfügbaren Person. Hole Dir Hilfe, was kein Versagen darstellt,  sondern eine gesunde Maßnahme für den Moment.
Manchmal reicht schon ein kleiner Durchschnaufer unter der Dusche oder ein ruhiger Toilettengang-schon sieht die Welt wieder rosiger aus. Mit ein bisschen Glück ist das Kleine eingeschlafen;-)

BY THE WAY UND KEINE ANGST: IHR KÖNNT EUER KIND UNTER KEINEN UMSTÄNDEN ZU VIEL NÄHE GEBEN.

Was später Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit fördert, sind v.a. die Kombination aus körperlicher Nähe, emotionaler Verfügbarkeit und verlässlicher Bindung.

ES gibt zahlreiche Untersuchungen und Studien dazu:

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8250458
(besonders die Grafik finde ich eindrucksvoll)

Lest zu dem sensiblen Thema auch gern ganz einfach noch ein paar  Basics-Tipps  in meinem erstellten Handout. 

Haltet durch, ihr schafft das! 

Alles hat seine Zeit - und es gibt keine  "lieben oder schwierigen Babys", sondern einfach ein kleines Wesen, das Euren Schutz braucht. Lot's of love :-)

TIPPS DER HEBAMME bei Unruhe-und Schreiphasen

ernährung in der Schwangerschaft

Essen für Zwei? Do's and Don'ts.

Thema: wunde Brustwarzen

Daß das Stillen am Anfang etwas weh tun kann, ist die große Sorge fast aller Frauen. ABER: durch die richtigen Anlegetechnik Eures Kleinen und kleinen Tricks, klappt das Stillen nach kurzer Übungszeit meist reibungslos.
Lest unbedingt diesen link:

Wochenbettsuppe

Nahrhafte Kraftsuppe für die Zeit nach der Geburt:
Diese kräftige Suppe ist wohltuend, wärmend und reich an Eiweiß und Gemüse. Sie eignet sich besonders gut für die ersten Tage und Wochen nach der Geburt und kann wunderbar in größerer Menge vorbereitet werden.
Auch bereits in der Schwangerschaft ist sie eine schöne, nährende Mahlzeit und kann den Körper mit Wärme, Flüssigkeit und wertvollen Nährstoffen versorgen.

Zutaten für einen großen Topf

  • ca. 1–1,5 kg (Bio)Rinder-Suppenfleisch oder Beinscheibe
  • 2 Liter Wasser
  • 2–3 EL Instant-Gemüsebrühe ohne Glutamat
    z. B. von Alnatura
  • 1 Schuss Rotwein (keine Sorge, der Alkohol wird verkocht ;-))
  • 4 Kartoffeln
  • 4 Karotten
  • 2 Petersilienwurzeln
  • 2 Pastinaken
  • 1 kleines Stück Knollensellerie
  • Salz
  • Pfeffer
  • optional: etwas Sahne oder Milch zum Verfeinern
  • evt. Wassermenge anpassen

Zubereitung

Das Suppenfleisch zusammen mit Wasser, der Gemüsebrühe und einem kleinen Schuss Rotwein in einen großen Topf geben und langsam köcheln lassen, bis das Fleisch schön zart ist. Anschließend das Fleisch herausnehmen, in mundgerechte Stücke schneiden und beiseitestellen.
Nun das geschälte und klein geschnittene Gemüse in die Brühe geben und weich kochen. Danach das Fleisch wieder hinzufügen und die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Wer mag, kann die Suppe zum Schluss mit etwas Sahne oder Milch abrunden.
Die Suppe schmeckt frisch gekocht wunderbar, gewinnt aber auch am nächsten Tag noch an Geschmack und eignet sich deshalb ideal zum Vorbereiten.

Ich wünsche guten Appetit, eine erholsame Schwangerschaft, ein erholsames Wochenbett mit Eurem Kleinen und viele schöne Momente.


La leche Liga Deutschland e.v 

www.lalecheliga.de

"Stillen in Bildern" für die ersten Wochen. Ein Info-Comic

 Muttermilch versus Ersatznahrung-detaillierter Vergleich der Inhaltsstoffe:

 Aufbewahrung von Muttermilch:

Still-Lexikon: fachlich seriöse Informationen rund ums Thema stillen

Wenn die Milchmenge nicht ausreichend ist- ANLEITUNG Powerpumping 





Die Gesundheitskassen übernehmen die Kosten der Still-und Ernährungsberatung. 

Privatversicherte bitte vorab bei ihrer Kasse anfragen